Freitag, 28. Juni 2019

Bärenpraxis in Schadeleben gerettet

Bärenpraxis in Schadeleben
                                                                                        Foto: Volta
Medizinische Versorgung weiterhin sichergestellt

Schadeleben PMDie Bärenpraxis in Schadeleben wird ab 1. Juli als Eigeneinrichtung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) weitergeführt. Die hausärztliche Versorgung der Menschen in Schadeleben und Umgebung ist dadurch auch zukünftig gewährleistet.
Der Betrieb einer sogenannten
Eigeneinrichtung kann erfolgen, wenn die vertragsärztliche Versorgung in einem Gebiet nicht hinreichend durch (niedergelassene) Vertragsärzte sichergestellt werden kann. Der Gesetzgeber räumt Kassenärztlichen Vereinigungen in diesem Fall ausnahmsweise das Recht ein, selbst eine Arztpraxis zu betreiben. Eine solche Ausnahmesituation entstand Ende Juni 2018 in Schadeleben, als der der Inhaber der Bärenpraxis, Dr. med. Frank Volta, überraschend verstarb.
In den Tagen nach seinem plötzlichen Tod spielten sich dramatische Szenen ab. Voltas Patienten standen schlagartig ohne Hausarzt da. Ihr Ansturm war durch die Arztpraxen in den umliegenden Ortsteilen der Stadt Seeland kaum zu bewältigen. Sie arbeiten allesamt selbst hart an der Grenze des Leistbaren. Die Situation entschärfte sich einstweilen, als bereits nach wenigen Tagen ein Vertretungsarzt gewonnen werden konnte. Seine von vornherein als Übergang gedachte Tätigkeit in Schadeleben verschaffte die nötige Zeit, um an einer dauerhaften Lösung zu arbeiten. Dem ist das Dorf am Concordia-See nun einen entscheidenden Schritt nähergekommen.

Die fast ein Jahr andauernden intensiven Bemühungen der KVSA und der Familie des Verstorbenen um eine Nachfolgelösung führten zwar nicht dazu, einen jungen Mediziner für die Niederlassung zu begeistern. Das verwundert freilich kaum angesichts eines deutschlandweit mittlerweile dramatischen Ärztemangels, dem auf politischer Ebene erst seit kurzem und noch recht zögerlich begegnet wird. Zahlreiche Praxisschließungen sind die Folge. Dieses Schicksal blieb Schadeleben jedoch erspart. Ein engagiertes Praxisteam und ein treuer Patientenstamm, die auch in unsicheren Zeiten gemeinsam zu „ihrer“ Bärenpraxis hielten, stabilisierten die Lage. Im Ergebnis bot die KVSA deren Weiterführung als Eigeneinrichtung an – nicht zuletzt ein klares Bekenntnis für die Erhaltung des Praxisstandortes. Die Patienten können aufatmen. Sie werden weiterhin am Ort ärztlich versorgt. Mit der Bärenpraxis, die in diesem Jahr ihr fünfzigjähriges Bestehen feiert, verfügt Schadeleben auch in Zukunft über einen Standortvorteil, der im ländlichen Raum zunehmend weniger selbstverständlich ist.

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